Mein Junibeitrag für die Stoffe in der 3. Dimension ist eine Borte in der Art, wie sie Griselda bereits im April als “Dirndlrüsche“ gezeigt hat. Ich war auf die interessante Faltung vor einem Jahr im Schuhmuseum in Offenbach aufmerksam geworden.
Dort war ein zeitgenössisches Schuhobjekt mit so einer Borte in himmelblauer Seide ausgestattet – natürlich inspiriert von den vielen Verzierungen der Exponate des Museums.
Die Faltung habe ich mir ungefähr so ausgetüftelt:
Ein Stoffband oder (bei mir) ein plattgebügelter Stoffschlauch wird in 1/3 – 2/3 Abschnitte eingeteilt. Bei mir waren es jeweils 4cm und 8cm Abstände, die ich auf dem Band markierte.
Dann werden die Markierungen zusammengebracht und vertikal zusammengenäht. (Hier z.B. ergibt dann der 8cm-Abschnitt einen Schlauch).
Die “Schläuche” werden flachgebügelt, so dass die Faltungen aneinander stoßen.
Nun nimmt man mit Nadel und Faden die Faltung hoch, wie auf dem Foto, und fixiert die mittleren Punkt mit ein paar Stichen. Man kann die Faltung hochstehen lassen, oder nochmals alles auf dem Stoffband fixieren.
Die große Borte gefällt mir ganz gut, ich habe sie auf dem Foto ganz oben probeweise an ein T-Shirt gehalten. Eine kleinere, feinere Version aus Voile ist mir ein bisschen zu hübsch – für ein Puppenbettkissen aber ganz passend.
Nun bin ich gespannt, was zum heutigen Tag für Beiträge von euch zusammen kommen.
Tinistaschen experimentiert mit Kreisen im Stoff und zeigt verschiedene Vorgehensweisen.
Nahtzugabe macht Stofforigami – da lag mal wieder was in der Luft.
Frifris hat Freihandbiesen genäht, einfach so schnell mal eben.
KaZe hat einen feinen Knotenbeutel für eine moderne Madame Pompadour genäht.
Machwerk bringt durch spektakuläre Falten unmittelbare Weite in ihre neue Clipbörse.
Augusthimmel legt bestickte Biesen in Wellen – noch eine Faltenspielerei.
Ich hoffe, nun habe ich alle Beiträge gefunden? Wenn nicht, meldet euch.
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Der nächste Termin für die Stoffmanipulation ist der 29. Juli 2012 – dann sind die Sommerferien in Berlin ja schon fast wieder vorbei.










15 Kommentare
Comments feed for this article
24. Juni 2012 um 8:17 vormittags
annimo
Danke für die tolle Anleitung, ist schon abgespeichert.
Liebe Grüße Astrid
24. Juni 2012 um 8:41 vormittags
Kathrin
Sieht sehr edel aus, vor allem in weiss.
Erinnert mich an Wäschestärke, die ich nie probiert habe.
Schöne Idee, tolle Anleitung.
Ich habe dieses Mal Löcher und Kreise gemacht.
LG Kathrin
24. Juni 2012 um 11:41 vormittags
Lucy
Das Unregelmäßige gefällt mir, dass die Abschnitte nicht alle gleich groß sind. Witzigerweise habe ich etwas gemacht, das im Ergebnis ein bißchen in die gleiche Richtung geht.
24. Juni 2012 um 11:48 vormittags
Suschna
Gerade habe ich bei dir die Regelmäßigkeit gelobt – bei mir war es ja nur Schludrigkeit.
24. Juni 2012 um 11:48 vormittags
Manipulations of the Week | annekata
[...] Suschna to find out what she has created for this month’s fabric manipulation and to find more links. [...]
24. Juni 2012 um 12:46 nachmittags
Kirsten
Sehr schöne Idee, regt an zum selber ausprobieren, vielleicht mit einem farbigen Stoffrest?!
24. Juni 2012 um 1:15 nachmittags
Doris
Das ist eine Borte die ich vor mehr als 40 Jahren als Modistin gelernt habe. Wir hatten sie aus Ripsband genäht.
24. Juni 2012 um 3:13 nachmittags
frifris.blogspot.com
Wie schön, ich mag diese Borten so gerne. Ach, ich brauche schnell einen Blusengrundschnitt, damit ich mich mal austoben kann.
24. Juni 2012 um 3:14 nachmittags
frifris.blogspot.com
ähm, und du kannst mich auch verlinken, bin fertig.
24. Juni 2012 um 4:41 nachmittags
kaze
Diese Origamifaltungen im Stoff sind faszinierend und offensichtlich auch unerschöpflich in der Ausführung.. Ich kannte sie nur von alten Blusen und historischen Kostümen. Wäre auch ein gutes Thema, neue Einstzmöglichkeiten zu finden.
Die Puppe schläft ja ganz exklusiv!
24. Juni 2012 um 6:05 nachmittags
Kathrin
Ich hatte mich schon gefragt, ob Lucy und du euch abgesprochen habt. Gefaellt mir gut dein schoene Borte, vor allem in weiss.
25. Juni 2012 um 11:03 vormittags
griselda
In den Dirndelunterlagen war die *glaubich* als Ochsenmaulrüsche (oder war das Froschmaulrüsche?) beschrieben. Wenn ich wieder zuhause bin, gucke ich mal nach und lasse dir einen scan der Anleitung zukommen. Das dreidimensionale ist wohl eins der Merkmale der Stoffmanipulationen. Das erreicht man eben nur mit Handarbeit.
So pur in weiß ist die Borte sehr edel und die Form kommt klar heraus.
Senkrecht angenäht schaut das aus wie lauter kleine Schleifen!
25. Juni 2012 um 2:45 nachmittags
Kirsten
Solche und ähnliche Rüschen werden auch in “Burda – Nähen leicht gemacht” erklärt.
25. Juni 2012 um 10:49 nachmittags
Kirstin
Liebe Suschna, ich bin jetzt auch fertig: http://augusthimmel.blogspot.de/2012/06/stoffmanipulation-im-juni-kissen-nr-3.html.
Es ist ein bisschen spät geworden, aber es hat mir diesmal viel Spaß gemacht. Wenn ich allerdings sehe, was für Kunstwerke hier wieder entstanden sind, wird mir klar, dass ich noch eine Menge zu lernen habe. und dass es noch sooo viel auszuprobieren gibt. Im Augenblick fehlt mir dazu Ruhe und Zeit.
Macht nichts – ich bin glücklich mit meinem schnellen Ergebnis.
Vielen Dank an dieser Stelle für die Idee zu dieser Aktion. Sie hat meinen Näh-Horizont (und mein Bücherregal :-)) schon sehr erweitert.
Viele Grüße von Kirstin
12. Juli 2012 um 11:35 nachmittags
12 von 12: Juli 2012 « wortmeer
[...] herrlich in Szene gesetzte Tasche erinnerte mich sofort an die aktuelle Stoffmanipulation vom Juni, die ich bei Suschna gesehen [...]